
„Geben wir Acht auf den natürlichen Preis für alles Künstliche“. So überschreibt der Autor Bernd Spehling seine Komödie, die am Samstag, 13. Juni mit großem Erfolg im „Theater in der Scheune“ Premiere hatte.
Wie schon in der Presse veröffentlicht (BRAWO, 21.6.), war das Publikum von der Aufführung begeistert, auch wenn der Blick in eine nicht so ferne Zukunft an der einen oder anderen Stelle ein wenig erschauern ließ. Doch seien wir ehrlich: die künstliche Intelligenz, die sich nahezu ungebremst in unser Leben einschleicht und die sozialen Netzwerke erobert, erscheint täuschend echt – ist aber ohne eigenen Willen. Und genauso ist Waldemar, ein humanoider Roboter, scheinbar die Sahnekirsche auf dem Eisbecher der Evolution, denn er kann, weiß und kennt einfach alles. Wenn jetzt der von der Krankenkasse initiierte Test gelingt, dann „spart das künftig Pflegeheimkosten in Millionenhöhe“. Die drei Testkandidatinnen – liebevoll mit viel Herz und Witz dargestellt von – Renate Weilmann als draufgängerische Senta, Julia Krüger als sarkastisch-witzige Isabella und Bea Rintel-Sellenthin als gutmütige Florence, wissen nicht, dass Waldemar – perfekt interpretiert von Ralf Herbrich – eine hochentwickelte Maschine ist und von einem natürlichen Menschen nicht unterscheiden is
Das wiederum wissen nur der Leiter der Pflegeeinrichtung, Carsten Thiel – gespielt von Reinhold Ehl – und Dr. Jung, souverän wie immer von Wolfgang Sellenthin dargestellt. Selbst der zunächst kritische Kranichforscher Eric von der Heide – äußerst temperamentvoll in Szene gesetzt von Winand Steinert – kapituliert, als die „Künstliche Intelligenz“ ihm ganz neue Spielwiesen eröffnet. Und auch die ansonsten sehr kritische Ulrike, wie immer sehr emotional von Steffi Steinbeck interpretiert, kapituliert am Ende vor „seiner Vollkommenheit“. Bliebe noch Philipp Anker, doch der hat als Kammerjäger alle Hände voll zu tun, das „Kellerloch“ von Mäusen frei zu halten.
Und welche Funktion Gumprecht hat, der Schrankenwärter aus dem Bayrischen Wald – täuschend echt interpretiert von Reinhold Ehl – soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Karla Ehl hat – wie auch schon in den vergangenen Jahren – auch bei dieser Produktion wieder hervorragend Regie geführt und verdient dafür großes Lob. Ebenso wie unsere Helfer vor und hinter der Bühne (Susi Lindemann, Marcus Dehler und Vitus Pinter) sowie unsere beiden Super-Techniker Wolfgang Pinter und Thomas Ex, die das Stück „von oben“ mit Licht und viel Akustik umrahmt haben.
Ach ja: und dann natürlich unsere gute Fee „unter der Bühne“: wie immer und unverzichtbar unsere Souffleuse Heike Wieseke, und „hinter der BAR“ freundlich und zuvorkommend: Hannelore Böse.
Schönwalde-Glien, 21.6.2026
Reinhold Ehl
